Tanz ist Vielfalt
Internationales Tanzfestival TanzArt ostwest begeisterte am Wochenende in Nordhausen

Ballettkompanie des Theater Nordhausen mit Tänzern
der Kanadischen Kompanie „Lamondance“ aus Vancouver
40 Tänzer mit strahlenden Gesichtern auf der Bühne, fast 300 stehende, enthusiastisch applaudierende Besucher im Zuschauerraum – so endete am Pfingstsamstag die große Gala TanzArt ostwest im Theater Nordhausen. Nachdem Intendant Lars Tietje und Ballettdirektorin Jutta Ebnother die Gala eröffnet hatten, machten die angereisten Tänzer und die gastgebende Kompanie in knapp zwei Stunden deutlich, wie vielgestaltig Tanz heute sein kann. Zum Auftakt zeigte das Ballett des Theaters Nordhausen in einer Choreographie von Jutta Ebnother eine launige Auseinandersetzung mit der Kunstrichtung Pop-Art. Der folgende Pas der deux entstammte ebenfalls einer aktuellen Produktion eines deutschen Stadttheaters, kam aber wesentlich klassischer daher. Das Pfalztheater Kaiserslautern gastierte mit einem von Stefano Giannetti choreographierten Abenteuer der „Alice im Wunderland“, einem Tango der Herzdame mit dem Pikbuben. Gekonnt erhob sich die Königin klassisch auf Spitze, zeigte aber auch ihre buchstäblich andere Seite, wenn sie mit ihrem absatzbeschuhten rechten Fuß auftrat! Die Tanzcompagnie Gießen entführte mit „C’est la vie“ nach Paris, die Stadt der Liebenden. Die Gefühle der Einsamen berührten ebenso wie die überströmende Lebensfreude eines ausgelassenen Paares. Drei Tänzer des Balletts vom Theater Koblenz wussten mit „Alma, meine Seele“ zu Mahlers letzter, der unvollendeten 10. Sinfonie zu überzeugen. Anthony Taylor stellte in seiner Choreographie Alma als die Seele Mahlers und gleichzeitig des jungen Architekten Gropius dar und behauptete Alma doch vor allem als eigenständige Persönlichkeit. Die gastgebende Nordhäuser Kompanie wusste zudem noch mit einem eindringlichen, aus tiefster Seele gestalteten Solo Nina Monteiros zu Klezmer-Musik sowie mit einem Ausschnitt aus dem kraftvollen, aber durchaus auch heiteren „White Man Sleeps“ von Nick Hobbs zu gefallen. Auch bei den gastierenden Nachwuchskünstlern zeigte sich, dass das Publikum sowohl mit konkreten Geschichten als auch mit abstrakten Bewegungen zu begeistern ist. Wichtig ist Klasse, nicht Klassik. Schülerinnen der Theaterballettschule Magdeburg, an der interessierte Laien in Bühnentanz ausbildet werden, zelebrierten zu Dulce Pontes sehnsüchtigem „Canção do Mar“, selbst wie Wellen schwingend, ein Gebet junger Frauen ans Meer. Mit „Vertigo maze“, der Choreographie eines führenden europäischen Tanzschöpfers, demonstrierten Studierende der Palucca Hochschule für Tanz Dresden, das existenzielle Fragen des menschlichen Lebens durch sich bewegende Menschen den Zuschauer bewegend dargestellt werden können. Kostüme, die die Studierenden wie nackt erscheinen ließen, betonten, dass der Tänzer außer seinem Körper nichts braucht, um zu reden. Zwei weitere Höhepunkte der Gala kamen aus Stuttgart und aus Kanada und wurden von Freien Theatergruppen gezeigt. Der zur Eric-Gauthier-Dance-Company gehörende Rosario Guerra zeigte, wie „A Single Man“ durch die Welt geht: Kaum eine Bewegung kann wirklich zu Ende geführt werden, weil schon eine nächste folgen muss, wer allein ist, muss allein mehr tun, allein mehr aufnehmen, allein mehr bewältigen – und will und kann (als Tänzer mit seinem so organischen Tanz) dennoch gefallen. Die Brasilianerin Mônica Proença brachte sieben Tänzer ihrer „Lamondancers“ aus dem kanadischen Vancouver nach Nordhausen mit und demonstrierte im die Gala abschließenden Beitrag eindrucksvoll, wie schwer und wie schön es ist, wenn Menschen das Leben nicht aufgeben wollen und dafür gemeinsam kämpfen. Eine ausgedörrte brasilianische Gegend gab ihrer reichen Tanzphantasie die Anregung.
Das Internationale Tanzfestival TanzArt ostwest findet seit 2000 in verschiedenen Städten Deutschlands statt und demonstriert die Schönheit und die Entwicklungen heutigen Tanzes. Nordhausen war zum dritten Mal Gastgeber. Erstaunlich, was für wenig Geld (wozu auch der Freistaat Thüringen mit einer Zuwendung beitrug), mit viel Enthusiasmus auf die Bühne gebracht werden konnte. Die eingeladenen Tänzer traten ohne Honorar auf. Ihre Theater nutzen aber die im Gegenzug erhaltene Möglichkeit, die Nordhäuser Tänzer zu sich in eine Gala einzuladen. Nachdem in den vergangenen Jahren neben deutschen auch europäische Gäste auftraten, lockte der gute Ruf der Ballettkompanie des Theaters Nordhausen in diesem Jahr erstmals sogar eine überseeische Kompanie nach Nordthüringen.
13.11.2010
Ballettgeschichten – White mans sleeps
Die ersten Proben mit Nick Hobbs für den neuen Ballettabend „Ballettgeschichten“ haben begonnen.
Zwei intensive Wochen hat der Gastchoreograph mit der Nordhäuser Ballettkompanie gearbeitet. Die Begeisterung der Zusammenarbeit lag auf beiden Seiten. Der gebürtige Londoner lässt sich in seiner Choreographie „White man sleeps“ von der Musik Kevin Volans inspirieren und ebenso natürlich von den unterschiedlichen Charakteren der Tänzern.
Premiere dieser Uraufführungen „White man sleeps“ von Nick Hobbs und „Violet Spring – Lost (Soul) Search Found“ von Jutta Ebnother wird am 18.Februar 2011 im Theater Nordhausen sein.

07.01.2010
„BUNT, SCHRILL UND SEXY“
Jutta Wörne choreographiert ihr neues Ballett
Auf der Ballettprobebühne schallt seit Anfang November Musik aus den 60 er Jahren durch den Raum: „Baby Love“, „Let it be“ oder „Satisfaction“………
„Bunt, schrill und sexy“ heißt das neue Ballett, und es wird am 12. Februar Premiere haben. Der ungewöhnliche Titel beschreibt eine Kunstrichtung, die wir als „Pop Art“ kennen. Jutta Wörne hat sich mit der Entstehung dieser Kunstrichtung beschäftigt, die noch heute unsere Welt – z.B. in der Ästhetik der Werbung - bestimmt: bunt, schrill und sexy. Bei den Proben verwandelt sich die Probebühne in eine „Factory“, eine Fabrik, wie sie Andy Warhol als Atelier nutzte. Jeder Tänzer ist in seiner Individualität gefragt, inzwischen sind die wichtigsten Schritte sicher. Doch nun geht es an die Feinarbeit: Während Beth Keasey bspw. ein großes Solo tanzt, was machen dann die anderen Tänzer? Nichts überlässt die Choreographin dem Zufall, immer sind alle Tänzer gefragt. Das Nachdenken über ihre Figuren scheint ihnen Spaß zu machen, denn die jungen Tänzer stehen ebenfalls am Beginn ihrer Karriere wie jene, die einst aus ihrem Lebensgefühl die Richtung Pop Art schufen.
Bis Anfang Februar laufen die Proben unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Am 2. Februar um 19 Uhr, wird es dann die erste Begegnung mit Publikum geben. Die Ballettkompanie lädt zur Einführung in das Ballett ins Theater ein.

12.05.2009
TanzArt OstWest 2009
vom 25.- 27.Juni
Zum zweiten Mal ist das Theater Nordhausen Gastgeber dieses Ost und West verbindenden Festivals. Am 25.Juni wird im Theater unterm Dach ein Kammertanzabend mit ausgewählten Tanzminiaturen stattfinden, am Abend darauf die große TanzArt Gala und am 27.Juni beendet die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen mit „Camille Claudel. Bildhauerin“ die Festivaltage. Unter den Gästen sind Eric Gauthier Dance, das Rumänischen Staatsballett, die Tanzcompany Gießen, die Ballettkompanie des Theaters Koblenz, die Palucca Schule Dresden und Melanie Venino aus Valencia.
U.a. choreographiert Jutta Wörne für die TanzArt Gala das Solo „For Me and You“. Dieses kleine besondere Tanzstück ist eine Hommage an das Leben und für einen besonderen Menschen. Speziell für Gabriele Paulitschek kreiert – ihre ehemalige Ballettlehrerin aus Stuttgart.
Sie war Schülerin der John-Cranko-Schule in Stuttgart. Ihr erstes Engagement führte sie nach München zu Brigitta Trommler, bevor sie als Lehrerin an die John-Cranko-Schule nach Stuttgart zurückkehrte.
Vor 20 Jahren gründete Gabriele Paulitschek ihre eigene Ballettschule „tanzart“ bei Stuttgart. Hier bereitet sie viele ihrer Schülerinnen für die Aufnahmeprüfungen an verschiedenen Ballettakademien in Deutschland vor.

11.01.2009
Camille Claudel. Bildhauerin
Premiere am: 03. April 2009
am Theater Nordhausen
Probenfotos:


10.12.2008
Nach der Premiere von BEAT!

21.11.2008
BEAT!
Ein Ballettprojekt mit der Ballettkompanie und Schülerinnen und Schülern

Der Lokale Aktionsplan der Stadt Nordhausen finanziert mit Mitteln des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ ein einmaliges Projekt: Seit September probt eine Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern der Nordhäuser Regelschulen, Gymnasien und des Förderzentrums Pestalozzi mit Ballettdirektorin Jutta Wörne an einer Choreographie.
Im November ist die Ballettkompanie dazu gestoßen. Jetzt tanzen Laien und Profis gemeinsam. Höhepunkt ist eine Vorstellung im Theater Nordhausen, in der sich zeigt, was die Nordhäuser Schülerinnen und Schüler zu sagen haben – und das ganz ohne Worte, denn alles auf der Bühne hat seine eigene Sprache, die ohne Worte auskommt. Selbstverständlich gibt es dazu auch junge Musik.
BEAT!: 5. Dezember, 19.30 Uhr, Theater Nordhausen
11.09.2007
Jutta Wörne erhält den 1. Nordhäuser Theaterpreis

Gestiftet wurde die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen. Mit dem Preis soll jährlich ein Künstler für seine Arbeit am Theater Nordhausen geehrt werden.
Die erste Preisträgerin ist Jutta Wörne, die die Ballettkompanie des Theaters seit August 2004 als eine der jüngsten Ballettdirektorinnen Deutschlands leitet. Mit ihren Choreographien - dazu gehörten "Generation 80's", "Macht der Bilder", "TanzMiró" und "ReqieMozarTanz" - hat sie anspruchsvolle, vielfältige und beliebte Ballettabende geschaffen.
In seiner Laudation lobte Landrat Claus auch ihr Gespür für die Auswahl von Gastchoreographen für Produktionen wie "Coppélia" und "Dancing & Romancing".
Als nächstes ist die Arbeit der Preisträgerin am kommenden Samstag, 15. September, um 19.30 Uhr im BallettAufTakt zu bewundern, mit dem sich das Ballettensemble seinen Zuschauern präsentiert. Am 26. Oktober folgt dann die Premiere des Balletts "Die Heilige", mit dem Jutta Wörne und ihre Tänzerinnen und Tänzer die Geschichte der heiligen Elisabeth von Thüringen erzählen.
www.theater-nordhausen.de