DORNRÖSCHEN
Ballett in drei Aufzügen mit Prolog von Peter I. Tschaikowsky
Libretto von Marius Petipa und Iwan A. Wsewoloshsky nach Charles Perrault

Musikalische Leitung: Alexander Stessin
Choreographie: Steffen Fuchs
Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning
Kostüme: Anja Schulz

Premiere am 16. 10. 2009

Tschaikowsky, der russische Komponist des großen Gefühls, hielt das 1890 uraufgeführte „Dornröschen“ für sein bestes Ballett. Allein das schon ist Grund genug, das Ballett um die schlafende Schöne in Nordhausen auf die Bühne zu bringen. Zudem konnte mit Steffen Fuchs ein Choreograph engagiert werden, der bereits mit seiner Fassung von „Romeo und Julia“ in Nordhausen nachgewiesen hat, wie spannend klassisches Ballett heute sein kann. Steffen Fuchs liebt klassisches Ballett. Für den jungen Choreographen hat ein Märchen mit romantischer Musik von Tschaikowsky nichts Antiquiertes, er sagt: „Heute heißen die Märchen nur Comic!“

„Dornröschen“ war als Auftragswerk für das Marientheater in St. Petersburg entstanden. Iwan Wsewoloshsky, der Leiter des Theaters, hatte ein Libretto für Tschaikowsky verfasst, dem der Chefchoreograph Marius Petipa, dessen Name beinahe Synonym für klassisches Ballett ist, schließlich die endgültige, zauberhaft tanzbare Form verlieh.

Seit der Uraufführung hat das Ballettmärchen, viele Bearbeitungen erfahren. Die Fülle des Materials verlangt geradezu danach. Obwohl Tschaikowskys Ballett nicht auf das Märchen der Brüder Grimm, sondern auf Charles Perrault zurückgeht, sind uns viele der bezaubernden Motive bekannt.
Inbrünstig haben sich König Florestan und Königin Violette ein Kind gewünscht. Als ihnen endlich Prinzessin Aurora geboren wird, feiern sie ein großes Fest. Die nicht eingeladene böse Fee Carabossa verwünscht das Kind. Gerade noch kann die Fliederfee den Todesfluch in einen langen Schlaf abmildern. Doch Auroras Dilemma bleibt: Das von ihren Eltern gehätschelte Prinzesschen darf, wenn kein Unglück eintreten soll, nicht erwachsen werden! Als Aurora 16 Jahre alt wird, richten die Eltern erneut ein großes Fest aus. Doch während noch die Prinzen um Auroras Hand wetteifern, verwirklicht sich Carabossas Fluch: Aurora fällt in einen hundertjährigen Schlaf, mit ihr schläft der ganze Königshof. Erst Prinz Désiré, der so ganz anders ist als Aurora, kann sie von ihrem Schicksal erlösen. Der Draufgänger, dem nichts versagt ist, spürt eine Leere, eine Sehnsucht in sich, die nicht mit Geschenken und Heldentaten zu füllen ist. Magisch zieht ihn die schlafende Prinzessin an. Der erlösende Kuss kann der Anfang des gemeinsamen Erwachsenwerdens und glücklichen Zusammenlebens sein…

Produktionsfotos